Tipp des Monats Februar

Häufigen Atemwegsinfekten ein Schnippchen schlagen

Im Winter leiden viele Menschen an Atemwegsinfekten: Die Nase läuft oder ist verstopft, es kratzt im Hals und der ständige Husten stört Gespräche und die Nachtruhe.
Ein oder zwei Erkältungen in der kalten Jahreszeit sind durchaus normal – wer aber ständig mit Erkältungen kämpft, bei dem ist das Immunsystem aus dem Gleichgewicht.
Hier können verschiedene Maßnahmen hilfreich sein: eine gute Händehygiene und die Unterstützung einer gesundheitsfördernden Darmflora – beispielsweise durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichenden Schlaf und regelmäßige Bewegung im Freien. Zusätzlich können ausgewählte probiotische Darmbakterien wiederkehrenden Infektionen der oberen und unteren Atemwege vorbeugen.

Eine Frau sitzt auf dem Sofa und putzt sich die Nase

Erkältungsviren lauern an vielen Orten – und sie verursachen die meisten Atemwegsinfekte. Deshalb nutzen bei einer banalen Erkältung auch keine Antibiotika, denn Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.

Ist unser Körper durch eine virale Infektion geschwächt, können sich allerdings bakterielle Infektionen – sogenannte Superinfektionen – dazugesellen, zum Beispiel als Mandel- oder Lungenentzündung. Hier führt oft kein Weg an Antibiotika vorbei. Daher ist es besser, vorzubeugen und die Infektanfälligkeit zu senken.

Regelmäßiges Händewaschen kann schützen

Ansteckung erfolgt über Tröpfchen und Schmierinfektionen

Nicht nur über Tröpfchen beim Sprechen und Niesen, sondern auch über sogenannte Schmierinfektionen erfolgt eine Ansteckung. Sprich: Wenn wir Türgriffe, Einkaufswagen oder andere Gegenstände anfassen oder einem kranken Menschen die Hand schütteln, können an unseren Händen Erkältungserreger haften bleiben. Fassen wir uns anschließend an die Nase oder reiben unsere Augen, können die Erreger auf unsere Schleimhäute gelangen, die als Eintrittspforte dienen.

Eingeseifte Hände einer Person

So können wir uns und andere schützen:

  • nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge niesen oder husten
  • nach dem Naseputzen die Hände waschen
  • möglichst nicht ins Gesicht fassen, nachdem wir Hände geschüttelt oder Gegenstände in der Öffentlichkeit angefasst haben
  • regelmäßig und gründlich die Hände waschen; am besten mit Seife
  • mit (starken) Erkältungssymptomen zu Hause bleiben – oder eine Schutzmaske tragen

Trockene Schleimhäute in Atemwegen vermeiden

Trockene Heizungsluft schadet den Schleimhäuten

Unsere Schleimhäute bilden gegenüber Krankheitserregern eine wirksame Barriere. Doch im Winter sind unsere Atemwegsschleimhäute oft gestresst: Die kalte trockene Luft draußen und die trockene Luft in beheizten Räumen trocknen unsere Schleimhäute aus, senken ihre Barrierewirkung und ihre Regenerationsfähigkeit. Damit verschiebt sich in vielen Fällen auch das Gleichgewicht der sie besiedelnden Bakterien. Die Zahl der guten Bakterien nimmt ab und Krankheitserreger können sich vermehren. Erkältungsviren haben jetzt ein leichtes Spiel.

Von Klimaanlagen geht ebenfalls ein erhöhtes Risiko aus, denn sie trocknen die Luft und sorgen zusätzlich für einen kalten Luftzug. Die Kälte sorgt für eine reduzierte Durchblutung und damit für eine herabgesetzte Immunabwehr auf den Schleimhäuten.

Da Schleimhäute durch Austrocknen ihre Schutzfunktion verlieren, ist es sinnvoll, das Austrocknen zu verhindern. Dabei können folgende Maßnahmen helfen:

  • Regelmäßiges Wassertrinken feuchtet zwar nur die Schleimhäute im Verdauungstrakt an. Aber dort sitzt unsere Immunzentrale. Die Flüssigkeit begünstigt eine bessere Durchblutung der Schleimhäute und damit eine bessere Infektabwehr.
    Außerdem benötigen alle Stoffwechselvorgänge ausreichend Wasser.
  • Spaziergänge an der frischen Luft unterstützen ebenfalls die Gesundheit unserer Schleimhäute, wenn die Luft nicht zu kalt und damit zu trocken ist.
  • Besonders in der kalten Jahreszeit auf die Luftfeuchtigkeit der Innenräume und richtiges Lüften achten.
    Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft. Lüften im Winter erhöht also nicht die Luftfeuchtigkeit in unseren Wohnräumen. Im Extremfall kann man diesen winterlichen Effekts auf Langstreckenflügen beobachten. Die Luft, die von außen in die Flugzeugkabine geleitetet wird, ist unter minus 50°C kalt und damit beinahe wasserfrei. Darum ist das Trinken auf Langstreckenflügen so wichtig, um das starke Austrocknen der Schleimhäute zu vermeiden.
    Natürlich ist das Lüften im Winter  – richtig durchgeführt  – trotzdem wichtig für die Gesundheit: Der Luftaustausch vermindert die Menge an möglichen Krankheitserregern in der Raumluft und liefert frische, sauerstoffreiche Luft von draußen, die sich in der kalten Jahreszeit auch viel schneller erwärmt als die verbrauchte feuchte Luft des Raumes. Etwa dreimal tägliches Stoßlüften  – also das vollständige Öffnen aller Fenster für 3-5 Minuten  –  ist im Winter optimal. Längeres Lüften ist energetisch ineffizient und kann zudem Schimmelwachstum fördern, da die Wände zu sehr auskühlen und sich so Kondenswasser bilden kann.
  • Luftbefeuchter als technische Geräte oder alternativ feuchte Handtücher oder eine Schale, aus der Wasser verdunsten kann, halten die Raumluft feucht..
    Hierbei ist tägliche Hygiene – also die regelmäßige Erneuerung der „Befeuchtungseinrichtungen“  – notwendig, damit schlechte Keime und Schimmelpilze keine Ausbreitungsmöglichkeit bekommen.
  • Zimmerpflanzen helfen ebenfalls, die Umgebungsluft anzufeuchten – besonders, wenn sie viel Wasser benötigen. Kakteen sind hierfür ungeeignet.

 

Abwehrbollwerk durch gute Bakterien

Gute Bakterien können auch vor Erkältungsviren schützen

Auf unseren Schleimhäuten siedeln natürlicherweise zahlreiche Bakterien – das gilt für die Atemwege wie beispielsweise die Nasenschleimhaut genauso wie für den Darm. Überwiegen dort gesundheitsfördernde Bakterien, halten sie die normalerweise wenigen potentiell schädlichen Erreger in Schach und bilden quasi ein Abwehrbollwerk. Zu einen besetzen sie potentielle Anheftungsstellen für Krankheitserreger, zum anderen regen sie auch unser Immunsystem zur Abwehr an.

Dabei sind alle Schleimhäute unseres Körpers miteinander verbunden; Fachleute sprechen vom Schleimhaut-Immunsystem. Das bedeutet: Eine gute Darmflora senkt, eine schlechte Darmflora steigert unsere Infektanfälligkeit. Damit ist das Ziel klar: eine gute Darmflora, die unsere Gesundheit in vielerlei Hinsichten unterstützen kann.

Abbildung von Darmflora Bakterien.

Um gesundheitsfördernde Bakterien in unserem Darm zu unterstützen, können wir eine ganze Menge tun. Denn

  • eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung
  • ausreichender Schlaf
  • regelmäßige Bewegung
  • häufige Aufenthalte im Freien

unterstützen gute Bakterien direkt oder indirekt. Beispielsweise feuchtet ein Waldspaziergang nicht nur unsere Schleimhäute an, sondern wirkt  auch positiv auf unsere Psyche. Sinkt der Stresslevel, nimmt auch der Gehalt am Stresshormon Cortisol ab. Andersherum beeinträchtigt ein dauerhaft erhöhter Cortisolgehalt die Integrität des Darmepithels und damit unser Immunsystem – und erhöht so die Infektanfälligkeit.

Probiotisches Arzneimittel kann Anzahl der Atemwegsinfekte senken

Das sekretorische Immunglobulin A (sIgA) schützt unsere Schleimhäute

Einen wesentlichen Bestandteil der Immunabwehr an unseren Schleimhäuten bildet das sekretorische Immunglobulin A (kurz: sIgA). Immunglobulin A ist eine bestimmte Antikörper-Klasse, die zum einen im Blut vorkommt und zum anderen als spezielle Form – nämlich als sIgA – an den Schleimhäuten. Das sIgA entfaltet seine Abwehrfunktion gegenüber Krankheitserregern, indem es Mikroorganismen wie Bakterien und Viren bindet, sie inaktiviert und so deren Eindringen in Schleimhautzellen verhindert.

Bakterien: Enterokokken

Bestimmte Bakterien sind in der Lage, die Produktion des sekretorischen Immunglobulin A an den Schleimhäuten anzuregen. Damit steigern sie die Abwehrfähigkeit des Immunsystems.

Wie Studien1+2 mit dem probiotischen Bakterium Enterococcus faecalis DSM 16440 ergaben, kann es – in Tropfenform eingenommen – die Rate wiederkehrender Infektionen der oberen und unteren Atemwege senken. Genauer: Die Zahl und Schwere wiederkehrender Erkrankungen an Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) und chronischer Bronchitis nahm bei den Studienteilnehmern deutlich ab, die vorbeugend dreimal täglich Enterococcus faecalis DSM 16440 in Form des probiotischen Arzneimittels Symbioflor® 1 eingenommen hatten.

  1. Habermann, W. et al. Einfluß eines bakteriellen Immunstimulans (humane Enterococcus faecalis-Bakterien) auf die Rezidivhäufigkeit bei Patienten mit chronischer Bronchitis. Arzneimittelforschung 2001; 51(11): 931-937.
    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0031-1300140
  2. Habermann, W. et al. Verminderung der Rezidivhäufigkeit bei Patienten mit chronisch rezidivierender hypertrophischer Sinusitis unter Behandlung mit einem bakteriellen Immunstimulans (Enterococcus faecalis-Bakterien humaner Herkunft). Arzneimittelforschung 2002; 52(8): 622-627.
    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0031-1299941

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