Prof. Julia Seiderer Nack - "Frauen haben anders Darm"

Unser Buchtipp

"Frauen haben anders Darm“ von Prof. Julia Seiderer-Nack

Frauen mit funktionellen gastrointestinalen Beschwerden begegnen uns in Praxis und Apotheke besonders häufig—und doch werden hormonelle Einflussfaktoren und zyklusabhängige Symptommuster im Alltag oft zu wenig berücksichtigt. Das neue Buch „Frauen haben anders Darm“ von Prof. Dr. med. Julia Seiderer-Nack schließt hier eine wichtige Lücke: Es verbindet aktuelle Erkenntnisse zu Mikrobiom, Darmbarriere und Darm-Hirn-Achse mit der endokrinologischen Perspektive (u. a. Menstruationszyklus, Peri-/Postmenopause, PCOS, Endometriose) und übersetzt sie dabei in alltagspraktische Empfehlungen für Patientinnen. Auch der Humor kommt dabei nicht zu kurz („Ist ein Frauendarm etwa pink?“), und das gelegentliche Schmunzeln beim Lesen macht die Lektüre umso angenehmer. Das Buch zeigt glasklar: Aktuelle Wissenschaft und wissenschaftlich fundierte Praxis bieten uns großartige Möglichkeiten für neuartige Therapien von Erkrankungen, an denen Frauen oft verzweifeln. Dazu gehören neben PCOS, Endometriose und SIBO vor allem das Reizdarmsyndrom, unter dem Frauen deutlich häufiger leiden als Männer.

Störung der Darm-Hirn-Achse? Reizdarm?

Reizdarm: „Wir haben in der Spiegelung nichts gefunden – Ihr Darm ist gesund“


Von wegen! Viele betroffene Frauen kennen diesen Satz als Teil ihres jahrelangen Leidensweges. Hilfreich ist er nicht, und in dieser Einfachheit auch nicht wahr. Darüber klärt die Autorin präzise auf. Sie ordnet entsprechend der aktuellen ROM-IV-Kriterien das Reizdarmsyndrom als Störung der Darm-Hirn-Achse ein—und verweist damit die verkürzte Logik „Keine Befunde in der Spiegelung = Darm gesund“ dahin, wo sie hingehört: In die Vergangenheit. Sie zeigt, wie Mikrobiom-Dysbiosen, Entzündung der Darmschleimhaut, Barriere-Dysfunktion (Leaky Gut) und neuroviszerale Sensitivität ineinandergreifen, und wie Hormone und ihre Schwankungen Symptomverlauf und Therapieantwort beeinflussen können. Dieses Wissen ist für eine individualisierte Beratung und Motivation der Patientinnen ebenso essenziell wie für die Wahl wirksamer Therapieansätze. Da laut der Autorin vermutlich etwa die Hälfte aller Frauen mit Blähungen und der Diagnose „Reizdarm“ eigentlich unter einer Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO) leiden, geht sie auch ausführlich auf den „Blähbauch und die Bakterienwampe“ ein, wie auf Seite 80 anhand eines Patientinnen-Beispiels aus der Praxis beschrieben.

Fazit

Das Buch ist ein aktueller, praxisnaher Leitfaden an der Schnittstelle von Gastroenterologie, Endokrinologie und Mikrobiom-Medizin, mit hohem Nutzen für die Beratung und Therapie speziell von Patientinnen.

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