Diabetes bei Vierbeinern

Sieben Fragen und Antworten zu Diabetes mellitus bei Tieren

Am 14. November ist Weltdiabetestag. Was bei Menschen schon über Jahrzehnte große Beachtung findet, ist auch in der Tierwelt ein wichtiges Thema. Besonders häufig sind Hunde und Katzen von Diabetes betroffen. Aber auch Pferde, Rinder, Affen oder Nagetiere können zuckerkrank sein. Auch wenn die Vierbeiner lebenslang behandelt werden müssen, können sie bei richtiger Therapie ihr Leben in vollen Zügen genießen. Das sollten Sie über Diabetes bei Tieren wissen:

1. Wer ist betroffen?
Grundsätzlich können alle Säugetiere von Diabetes betroffen sein. Die sogenannte Zuckerkrankheit tritt bei Hund und Katze in der Regel im mittleren oder fortgeschrittenen Alter auf. Dabei scheinen mehr kastrierte, übergewichtige Kater und überwiegend kleinere Hunderassen wie Pudel, Spaniel oder Dackel zu erkranken.

2. Wie entsteht Diabetes?
Bei Diabetes liegt eine Stoffwechselstörung vor: Der Körper bildet Insulin in unzureichender Menge. Die Hauptaufgabe des Hormons besteht darin, den aus der Nahrung gewonnenen Zucker aus der Blutbahn in die Körperzellen zu transportieren. Bei einem Insulinmangel bleibt der Zucker im Blut – und der Blutzuckerspiegel steigt an. Wie in der Humanmedizin unterscheiden Tiermediziner zwei Typen von Diabetes. Typ 1 liegt vor, wenn der Körper nicht genügend oder gar kein Insulin bildet. Eine genetische Veranlagung ist dafür verantwortlich, dass Hunde besonders häufig davon betroffen sind. Bei Typ 2 ist eigentlich genügend Insulin vorhanden, der Körper hat jedoch eine Resistenz entwickelt und die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend. Auslösende Faktoren können Übergewicht und Medikamente sein. Dieser Typ tritt häufig bei Katzen auf.

3. Welche Folgen kann Diabetes für die Gesundheit des Tieres haben?
Eine unbehandelte Diabeteserkrankung kann bei Tieren zu Schädigungen der Nieren und Leber führen. Bei Hunden führt die Krankheit außerdem zu einer Trübung der Augen bis hin zur Erblindung. Katzen neigen zu Nervenlähmungen in den hinteren Gliedmaßen.

4. An welchen Symptomen erkennen Sie Diabetes bei Hund und Katze?
Typische Symptome bei Tieren sind Schwäche, Zittern und Umfallen, aber auch ein verstärkter Harndrang. Das liegt an den überschüssigen Zuckermolekülen, die in den Urin übergehen. Um den Wasserverlust auszugleichen, trinken die erkrankten Vierbeiner übermäßig viel. Gleichzeitig entwickeln Hund und Katze einen regelrechten Heißhunger – verlieren dabei aber langfristig an Gewicht. Katzen müssen sich häufig erbrechen.

5. Wie stellt der Tierarzt Diabetes fest?
Besteht der Verdacht auf Diabetes oder treten die oben genannten Symptome auf, sollten Sie mit Ihrem Vierbeiner unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Dort wird der Zuckergehalt im Blut und Urin ermittelt und der Blutzuckerlangzeitwert gemessen.

6. Welche Behandlung ist notwendig?

Diabetes ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird. Hunde und Katzen benötigen in der Regel Insulin zur Behandlung von Diabetes. Die genaue Medikation entscheidet der Tierarzt. Bei Hündinnen kann eine Kastration sinnvoll sein, da die regelmäßige Läufigkeit einen negativen Einfluss auf Diabetes haben kann.

Bei gutem Diabetes-Management – das heißt regelmäßigen Kontrollen, passender Medikation und angepasster Ernährung – können Hund und Katze trotz Diabetes ein langes Leben mit gutem Wohlbefinden führen.

7. Was müssen Sie bei der Ernährung beachten?

Um den Blutzuckerspiegel zusätzlich zu stabilisieren, ist eine diätetische Ernährung wichtig. Für Tiere mit Diabetes gibt es speziell entwickelte Futtermittel, die „low carb“ sind. Das heißt, der Anteil an Kohlenhydraten ist generell niedriger. Außerdem werden die enthaltenen Kohlenhydrate nur langsam in die Blutbahn abgegeben. So bleibt der Blutzuckerspiegel über den Tag möglichst konstant.