Krank im Maul

Schluckbeschwerden, Mundgeruch oder Speicheln?

Im Maul kann einiges schief gehen: Nicht nur Zahnstein oder Karies, auch Entzündungen des Zahnfleischs oder der Schleimhaut können das Wohlbefinden und den Appetit unserer Vierbeiner beeinflussen. Wir geben einen Überblick über mögliche Erkrankungen und wie sie aussehen. Sie erhalten erste Informationen, die allerdings keine tierärztliche Untersuchung ersetzen. Lassen Sie einen eventuellen Verdacht unbedingt tierärztlich abklären.

Entzündung der Maulschleimhaut (Stomatitis)


So sieht es aus:

Die Maulschleimhaut ist gerötet und geschwollen, manchmal sind Bläschen, Knötchen oder Geschwüre zu sehen. Sehr auffällig sind starker Mundgeruch und Speicheln. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium mag Hund oder Katze wegen der Schmerzen im Maul nicht mehr fressen.

Das kann der Grund sein:

Ist das Futter unsachgemäß zubereitet - zum Beispiel zu heiß - kann sich die Maulschleimhaut auf Dauer entzünden. Auch Zahnstein, abgebrochene Zähne oder Schmelzrisse des Zahnes können eine Entzündung der Schleimhaut hervorrufen. Fremdkörper, die sich im Zahnfleisch oder zwischen den Zähnen verhaken, können ebenfalls zu Entzündungen führen. Aber auch Reizung durch Chemikalien oder ein Vitamin- und Eisenmangel können die Ursache sein. Manchmal ist die Entzündung der Maulschleimhaut auch die Folge anderer Erkrankungen wie zum Beispiel Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten, Infektionen, Blutarmut oder Nierenschwäche.

Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis)


So sieht es aus:

Das den Zahnhals umgebende Zahnfleisch ist geschwollen und gerötet, es fängt bei leichter Berührung an zu bluten. Oft speichelt der Hund stark und riecht aus dem Mund. Hunde mit entzündetem Zahnfleisch fressen oft vorsichtig.

Das kann der Grund sein:

Bakterielle Beläge am Zahn, Zahnstein, Futterreste oder kleine Fremdkörper wie kurze Haare reizen das Zahnfleisch. Außerdem können Ernährungsmängel und Verletzungen oder Verbrennungen die Ursache für eine Zahnfleischentzündung sein.

Entzündung der Zunge (Glossitis)


So sieht es aus:

Die Zunge ist gerötet und geschwollen. Oft hat der Hund Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken. Bei einer schweren, akuten Entzündung schwillt die Zunge so stark an, dass der Hund ersticken kann.

Das kann der Grund sein:

Die Zunge kann sich zum Beispiel nach einer Bissverletzung entzünden. Die Verletzungen können durch eine Beißerei entstehen, aber auch wenn sich der Hund selbst auf die Zunge beißt oder scharfe Zahnkanten an der Zunge reiben. Weitere Ursachen einer entzündeten Zunge können Infektionen durch Bakterien, Viren oder Hefen sein. Auch Chemikalien, Blutarmut und Nierenschwäche können eine Entzündung begünstigen. Ein Vitamin B-Mangel kann die Schwarzzungen-Krankheit der Hunde hevorrufen.

Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis)


So sieht es aus:

Der Rachen des Hundes ist gerötet und geschwollen. Der Hund kann schlecht Schlucken und hat keinen Appetit. Er kann Fieber und Husten haben.

Das kann der Grund sein:

Eine entzündete Rachenschleimhaut kann die gleichen Ursachen haben wie eine entzündete Maulschleimhaut.

Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillitis)


So sieht es aus:

Bei einer akuten Tonsillitis ist der Rachen geschwollen und gerötet. Der Hund hat Fieber und Schmerzen beim Schlucken. Dazu kommen Symptome wie Husten- und Würgreiz und Appetitlosigkeit.

Das kann der Grund sein:

Eine chronische Tonsillitis kann entstehen, wenn der Hund immer wieder unter akuten Infektionen der Gaumenmandeln leidet. Die Gaumenmandeln sind dann geschwollen und leicht gerötet, der Hund riecht aus dem Maul und speichelt stark. Außerdem hat er wenig Appetit und sein Fell ist struppig und stumpf. Chronisch erkrankte Gaumenmandeln können weitere Erkrankungen nach sich ziehen wie zum Beispiel Allergien oder Herzschwäche.

Fremdkörper in der Maulhöhle oder im Rachen


So sieht es aus:

Der Hund wischt mit der Schnauze über den Boden oder reibt mit der Pfote an der Schnauze. Auch in diesem Fall kann vermehrt Speichel fließen und der Hund würgt und verweigert die Nahrung. Er ist schmerzempfindlich am Maul und generell unruhig.

Das kann der Grund sein:

Knochen, Holzsplitter, Nadeln oder ähnliches haben sich zwischen den Zähnen, an Gaumen, Zahnfleisch oder am Anfang der Speiseröhre festgesetzt.

Entzündung der Speicheldrüsen (Parotitis)


So sieht es aus:

Die Speicheldrüse ist geschwollen. Da sich eine harte Kapsel um die Speicheldrüse schließt, kann sie sich nicht ausdehnen. Der Hund hat deshalb starke Schmerzen und die Speicheldrüse ist druckempfindlich. Er kann Probleme mit dem Fressen und Schlucken haben, in seltenen Fällen kommt es zu Atemnot.

Das kann der Grund sein:

Hauptursachen für eine Entzündung der Speicheldrüsen sind Verletzungen durch Stöckchenspielen, Fremdkörper oder Beißereien. Infektionen mit Bakterien oder Viren und Speichelsteine (Sialolithen) können aber auch eine Speicheldrüsenentzündung hervorrufen.

Speichelzysten (Sialocelen)


So sieht es aus:

Durch die Zyste wird die betroffene Speicheldrüse deutlich dicker, meistens sind die Drüsen unter der Zunge oder an der Seite des Halses betroffen. Entzündet sich die Zyste, schmerzt der Bereich stark und wird druckempfindlich. Der Hund hat Schwierigkeiten beim Fressen und Schlucken. Besonders bei Halszysten kann das Atmen schwierig werden.

Das kann der Grund sein:

Sind die speichelabführenden Gänge zerrissen oder verlegt, kann der Speichel nicht mehr abfließen. Er tritt stattdessen ins umliegende Gewebe ein, reizt es, bis sich das Gewebe entzündet und lässt so eine Speichelzyste entstehen. Eine Zyste an der Halsseite nennt sich "Honigzyste" (Meliceris). Liegt die Zyste unter der Zunge sprechen Tierärzte von einem "Fröschlein" (Ranula).