Sinusitis - Nasennebenhöhlenentzündung: was tun?

Etwa jede 200. Erkältung oder Schnupfen mündet in eine akute Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung). Die Behandlung und Therapie mit Antibiotika ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Naturheilkundliche Therapien können dagegen helfen, die akuten Symptome zu lindern, das Immunsystem langfristig zu stärken und den Kreislauf immer wiederkehrender Infektionen zu durchbrechen. 

Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Wird die Nase während einer Erkältung nicht mehr ausreichend belüftet und fließt das Sekret kaum noch ab, kann sich die Schleimhaut der Nase und der Nasennebenhöhlen entzünden. Die Schwellung der Schleimhaut kann den Nasengang weiter verengen und das Sekret bis in die Nebenhöhle zurückstauen. Der Arzt spricht von einer akuten Sinusitis - umgangssprachlich auch Nasennebenhöhlenentzündung genannt.

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Ungeliebter Dauergast: die chronische Sinusitis

Ist eine akute Sinusitis nicht vollkommen ausgeheilt oder ist der Entzündungsmechanismus in der Nasenschleimhaut gestört, kann sich im Bereich der Entzündung neues Gewebe bilden. Stülpt sich die Nasenschleimhaut dabei aus, sprechen Ärzte von einem Polypen. Das neu gebildete Gewebe kann die Belüftung der Nasennebenhöhlen dauerhaft beeinträchtigen und eine Sinusitis chronisch werden lassen. 

Die Symptome sind bei einer chronischen Sinusitis weniger markant als bei einer akuten Entzündung. Allerdings sind die Betroffenen weniger belastbar, leiden unter allgemeiner Erschöpfung und sind anfälliger für Infekte aller Art. In der Regel halten die Beschwerden bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung länger als 12 Wochen an. Eine chronische Sinusitis kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Die Nasennebenhöhlenentzündung belastet die Betroffenen ähnlich stark wie die chronischen Volkskrankheiten Herzschwäche, Asthma und Rückenschmerzen.

Chronische Sinusitis behandeln

Abschwellende Nasentropfen und –sprays kommen nicht in Frage, um eine chronische Sinusitis zubehandeln. Denn werden abschwellende Medikamente zu lange angewendet, trocknen sie die Nasenschleimhaut aus. Als Gegenreaktion schwillt die Schleimhaut an, um die Durchblutung zu steigern. Das erschwert wiederum die Nasenatmung, obwohl die eigentliche Infektion der Nasennebenhöhlenentzündung bereits abgeklungen ist. So kann ein Teufelskreis entstehen, in dem der Betroffene immer häufiger zum Nasenspray greift, um die verstopfte Nase freizubekommen. In der ausgetrockneten Nase können sich Borken bilden und die Nasenschleimhaut trägt einen bleibenden Schaden davon.

Sinnvoll sind dagegen Nasenspülungen und Nasensprays mit einer 2- bis 3,5-prozentigen Kochsalzlösung, um eine chronische Sinusitis zu behandeln. Die Wirkung kann bis zu sechs Monate anhalten. Die Konzentration der Kochsalzlösung sollte zwei Prozent nicht unterschreiten, da die Wirksamkeit sonst nachlässt.

Auch mit medizinischen Probiotika wie  Symbioflor® 1 kann der Betroffene eine chronische Sinusitis natürlich behandeln. Die Bakterien stärken die körpereigenen Abwehrkräfte gegen die chronische oder immer wiederkehrende Infektion. Denn die natürlichen Bakterien sind ein wichtiger Teil unserer körpereigenen Abwehr. Sie besiedeln Haut und Schleimhaut des Menschen und lassen den Krankheitserregern kaum Platz zur Vermehrung. Im Darm trainieren sie das Immunsystem und regen so den Schutz an allen Schleimhäuten an. Dort sitzen sie an den Schalthebeln des Immunsystems, denn 80 Prozent der Immunzellen befinden sich im Darm und treten dort mit körpereigenen Bakterien und Fremdstoffen in Kontakt. Die Immunzellen im Darm stellen die Weichen für kommende Immunreaktionen im ganzen Körper. 

Medizinische Probiotika können deshalb helfen, wenn die Leistungsfähigkeit des Immunsystems beeinträchtigt ist. Symbioflor® 1 eignet sich besonders, um immer wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen zu behandeln. Medizinische Probiotika sind auch für Kinder gut verträglich.

Versteckte Ursachen der Sinusitis aufdecken

Eine chronische oder immer wiederkehrende Sinusitis kann aber auch andere Ursachen haben. Etwa die Hälfte der Erwachsenen mit chronischer Sinusitis hat zum Beispiel eine Allergie, die die Sinusitis begünstigt. Umgekehrt haben etwa 70 Prozent aller Asthmatiker die Symptome einer Sinusitis. Eine Sinusitis kann wiederum das Asthma verschlechtern. Auch eine Unverträglichkeit von Schmerzmitteln führt zu nasalen Beschwerden und kann im weiteren Verlauf der Nasennebenhöhlenentzündung sogar zu nicht allergischem Asthma nach der Einnahme Schmerzmittels kommen. Die Sinusitis ist ein typisches Frühsymptom für die Erkrankung. Etwa 0,6 bis 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden unter eine Schmerzmittel-Unverträglichkeit. 

Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, bei einer chronischen oder immer wiederkehrenden Sinusitis nach einer allergischen Erkrankung zu suchen und sie entsprechend zu behandeln. Bei einer akuten Sinusitis können bei Allergikern zum Beispiel entzündungshemmende Präparate eingesetzt werden.

Mögliche, versteckte Ursachen einer Sinusitis

  • Allergien 
  • Verkrümmungen der Nasenscheidewand 
  • Nasenpolypen 
  • Zahnwurzelentzündung

Auch eine schiefe Nasenscheidewand oder Polypen in der Nasennebenhöhle können eine chronische Sinusitis verursachen. In diesen Fällen kann eine Operation zur Begradigung der Nasenscheidewand oder zur Entfernung der Polypen sinnvoll sein.

Beschwerden, Symptome & Formen der akuten Sinusitis

  • Nase ist „verstopft“
  • eitriger Nasenausfluss
  • Gesichtsschmerzen
  • Druckgefühl über den Nasennebenhöhlen
  • „Zahnschmerzen“ im Oberkieferbereich
  • einseitige Schmerzen im Stirnbereich
  • Schmerzen beim Vornüberbeugen
  • Verschlechterter Geruchssinn

Verursachen Viren die Beschwerden bei der Nasennebenhöhlenentzündung, klingen die Symptome meist innerhalb von zehn Tagen wieder ab. Sind Bakterien für die akute Sinusitis verantwortlich, verstärken sich die Beschwerden nach etwa fünf Erkrankungstagen noch einmal oder die Symptome halten insgesamt deutlich länger als zehn Tage an. 

Je nach Häufigkeit und Verlauf der Nasennebenhöhlenentzündung lassen sich verschiedene Formen der akuten bakteriellen Sinusitis unterscheiden:

  • Akute bakterielle Sinusitis: Bakterielle Infektion der Nasennebenhöhlen heilt in weniger als 30 Tagen aus.
  • Subakute bakterielle Sinusitis: bakterielle Infektion dauert zwischen 30 und 90 Tage
  • Rezidivierende akute bakterielle Sinusitis: die akute bakterielle Sinusitis kehrt immer wieder, dazwischen liegen jeweils mindestens zehn symptomfreie Tage.

Behandlung der akuten Sinusitis

Bei der Behandlung einer Sinusitis ist vor allem die Belüftung und Entleerung der Nasennebenhöhlen wichtig. Abschwellende Nasentropfen oder –sprays können zur Belüftung der Nasennebenhöhlen beitragen, dürfen aber nie länger als sieben bis zehn Tage angewendet werden.

Die Inhalation warmer Dämpfe über mehrere Tage kann die Beschwerden der Nasennebenhöhlenentzündung ebenfalls lindern. Der Dampf kann das Sekret verflüssigen und damit die Entleerung der Nasennebenhöhlen erleichtern. Die Temperatur der Dämpfe sollte dabei zwischen 42 und 45°C liegen, der Zusatz ätherischer Öle ist nicht notwendig. Wer aber trotzdem nicht auf ätherische Öle verzichten möchte, muss unbedingt beachten: der Zusatz von Menthol ist für Kleinkinder nicht geeignet. Auch mentholhaltige Präparate zum Einreiben dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht verwendet werden.

Aus dem Bereich der Phytotherapie eignen sich Myrtol, Cineol und die Primelmischung (Sinupret) zur Behandlung einer akuten Sinusitis. Auch das Ananasenzym Bromelain kann die Schleimhäute abschwellen und dadurch die Beschwerden lindern und die Belüftung der Nasennebenhöhlen fördern. Die Akupunktur kann ebenfalls die Nasenatmung bei einer akuten Sinusitis verbessern und zusätzlich Schmerzen lindern. Vor allem Kopfschmerzen lassen sich damit gut bekämpfen.

Werden die Beschwerden im Verlauf der Nasennebenhöhlenentzündung jedoch deutlich stärker und steigt das Fieber über 38,3 °C an, kann eine Antibiotikatherapie notwendig werden.

Allgemeine Tipps bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Einfache Maßnahmen können zusätzlich zur Linderung der Beschwerden bei einer akuten Sinusitis beitragen. Reichliches Trinken verflüssigt zum Beispiel den Schleim in den Atemwegen und erleichtert die Entleerung der Nasennebenhöhlen. Drei bis vier Liter Flüssigkeit pro Tag sollten es bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sein. Außerdem tun Ruhe und Wärme gut. Warme Hals- und Brustwickel, Rotlicht oder ein Erkältungsbad können Linderung bringen. Das Bad sollte jedoch nicht zu heiß sein und nicht länger als 20 Minuten dauern. Bettruhe ist danach sinnvoll.



Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Sinusitis

Gibt es einen Unterschied zwischen einer Sinusitis und einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Nein, Sinusitis ist der lateinische Fachbegriff für die Nasennebenhöhlenentzündung. Je nach Entstehungsort spricht man zum Beispiel von einer Stirnhöhlenentzündung oder von einer Kieferhöhlenentzündung. Als Sammelbegriff und umgangssprachlich ist meist die Rede von einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Wie entsteht eine Sinusitis?

Wenn es draußen wieder kälter wird, nehmen die Erkältungen wieder zu. Ist unser Immunsystem geschwächt, ist das die perfekte Basis für eine Infektion mit Viren und Bakterien. Sie haften sich an unserer Nasenschleimhaut fest, vermehren sich und rufen eine Entzündung hervor. Dabei kann es zu einer Schwellung der Schleimhaut kommen und die Eingänge zu den Nasennebenhöhlen können sich verengen. Es findet nun keine ausreichende Belüftung mehr statt und der Sekretabfluss wird behindert. Häufig sind für die Erstinfektion Viren verantwortlich, die einen einfachen Schnupfen verursachen. Da nun der Abwehrmechanismus der Nasenschleimhaut nicht mehr greift, kann sich eine Zweitinfektion mit Bakterien in den Nasennebenhählen daraufsetzen. Wir sprechen jetzt von einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Gibt es Faktoren, die eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen?

Zu den Risikofaktoren zählen ein geschwächtes Immunsystem, eine verkrümmte Nasenscheidewand, verlegte Nebenhöhleneingänge und eine vergrößerte Nasenmuschel. Aber auch ein Allergie-bedingter Schnupfen kann als Faktor in Betracht kommen.

Woher weiß ich, ob eine akute oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vorliegt?

Eine Sinusitis kann akut oder chronisch ablaufen. Eine akute Sinusitis entwickelt sich meist auf dem Boden eines gewöhnlichen Schnupfens. Der grün-gelbliche Schleim aus der Nase alleine reicht für die Diagnose der akuten Sinusitis nicht aus. Zwei Hauptsymptome hingegen sind: ein Gesichtsschmerz, den das nach vornüber Beugen verstärkt und ein Stauungsgefühl im Gesicht. Betroffene beschreiben einen Druckschmerz, der im Bereich der Wangenknochen, Stirn, Kopf, Augen und Zähnen auftreten kann. Um von einer chronischen Verlaufsform zu sprechen, muss die Sinusitis seit mindestens drei Monaten bestehen. Zwar liegt immer noch eine Entzündung vor, aber der Schmerz ist deutlich geringer. Beklopft man mit den Fingern leicht die entsprechenden Höhlen, kann auch hier ein Druckgefühl entstehen. Oft bleibt der Schmerz bei der chronischen Sinusitis aus.

Wo liegen die Nasennebenhöhlen und wie viele gibt es?

Zu den Nasennebenhöhlen gehören: die Kieferhöhle (seitlich der Nase), die Stirnhöhle (oberhalb der Nase), die Keilbeinhöhle und das Siebbein (hinter der Nase). Sie sind paarweise angeordnet und jede der Höhlen kann sich entzünden. Sind mehrere oder alle Höhlen entzündet, spricht man von einer Polysinusitis.

Darf ich mit einer Nasennebenhöhlenentzündung Sport machen?

Sportliche Aktivitäten während einer Entzündung der Nasennebenhöhlen sind ungünstig. Unser Immunsystem ist geschwächt und der Körper arbeitet auf Hochtouren, um die eingedrungenen Erreger abzutöten. Sport kann den Genesungsprozess verlangsamen oder den Gesundheitszustand sogar verschlechtern.

Ich möchte in den Urlaub fliegen – ist das mit einer Sinusitis möglich?

Mit einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist es nicht ratsam zu fliegen. In der Regel sind die Schleimhäute geschwollen und ein Druckausgleich ist nicht möglich. Durch die Druckschwankungen beim Fliegen kann es zu einem schmerzhaften Druck in den Nebenhöhlen kommen. Bei einer chronischen Sinusitis besteht die Erkrankung schon seit einer längeren Zeit, die Nasenschleimhaut ist meist nicht mehr geschwollen – dennoch kann es in Ausnahmefällen zu Schwierigkeiten beim Druckausgleich kommen. In beiden Fällen ist von einem Flug abzuraten.

Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?

Ja, sie kann ansteckend sein. Denn die Erreger der Sinusitis können durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Dabei reicht es schon aus, sich mit einer infizierten Person zu unterhalten. In der Regel ist unser Immunsystem leistungsfähig und wir sind gegen die Krankheitserreger gut geschützt. Eine gesunde Person steckt sich in der Regel nicht an. Trotzdem ist Hygiene in der Erkältungssaison wichtig. Regelmäßiges Händewaschen bietet schon einen ersten Schutz.

Besteht ein Zusammenhang zwischen einer Sinusitis und einer Zahn-OP?

Nach einem Besuch beim Zahnarzt kann es zu einer Nasennebenhöhlenentzündung kommen. Die oberen Backenzähne können mit ihren Zahnwurzeln in die Kieferhöhle ragen. Muss einer der Zähne entfernt werden oder liegt eine Entzündung der Zahnwurzelspitzen vor, können Keime in die Kieferhöhle wandern und dort eine sogenannte dentogene Sinusitis hervorrufen.

Welche Komplikationen können bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten?

Wie so oft kann es in extremen Fällen auch bei der Sinusitis zu Komplikationen kommen. Sie treten selten auf, dürfen aber nicht außer Betracht gelassen werden. Wichtig sind eine rechtzeitige Diagnose und eine dementsprechende Therapie. Liegen anatomische Besonderheiten des Nasen-Rachenraums vor und kommt es immer wieder zum Ausbruch der Krankheit, kann eine Operation notwendig werden (z.B. bei einer Verkrümmung der Nasenscheidewand). In schweren Fällen kann die Entzündung auf das benachbarte Gewebe übergreifen.

Wie lange dauert eine Entzündung der Nasennebenhöhlen?

Eine akute Sinusitis kann im Extremfallmehrere Wochen andauern. Für gewöhnlich klingt eine akute Sinusitis aber weitaus schneller ab. Eine chronische Sinusitis besteht länger als drei Monate. Wie bei anderen Krankheiten auch lässt sich bei einem chronischen Verlauf keine genaue Dauer bestimmen.